Biblisches Drama
Werke von Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach
Collegium Vocale zu Franziskanern, Cappella Francescana, Ulrike Grosch (Leitung)
Eintritt frei, Kollekte
Die Symphoniae Sacrae III von Heinrich Schütz von 1650 sind ein Gipfelwerk vokal-instrumentaler Kunst des deutschen Frühbarocks. Kein Geringerer als Johannes Brahms präsentierte dem kunstverwöhnten Wiener Publikum Mitte des 19. Jahrhunderts mit «Saul, was verfolgst du mich» eindrücklich die Modernität der Werke von Heinrich Schütz. Mit ihrer Fülle musikalischer Ideen, Klangpracht und Vielschichtigkeit erzählen sie biblische Geschichten von Jesus und seiner Familie und des Apostels Paulus. Die Kantate BWV 4 «Christ lag in Todesbanden» von Johann Sebastian Bach entstand vermutlich 1707 für sein Probespiel in St. Blasius in Mühlhausen und zeigt bereits alle Facetten seiner frühen Kompositionskunst. Das bildkräftige Szenarium des bekannten Lutherliedes erscheint im Gewand einer Choralpartita, als geistliches Gegenstück zur weltlichen Variationssuite. Beginnend mit einer Sinfonia und in enger Beziehung zwischen Stropheninhalt und musikalischer Formung, vollzieht sich Strophe für Strophe ein geistliches Drama, das die zentralen Themen Tod, Auferstehung und Erlösung nacherlebbar macht. Gemeinsam zeigt das Programm Bach eindrücklich, wie der junge Bach in einem lebendigen musikalischen Erbe steht. Schütz erscheint hier als zentraler Vorläufer – als Meister, dessen Sprache Bach aufnahm, vertiefte und weiterentwickelte.
Ulrike Grosch
Ulrike Grosch ist Gründerin und Leiterin des Collegium Vocale zu Franziskanern und Chorleiterin an der Franziskanerkirche. Sie war unter anderem für den Rundfunkchor Berlin, das SWR Vokalensemble, den Amsterdam Baroque Choir und die Zürcher Sing-Akademie tätig. Seit 2003 unterrichtet sie als Professorin für Chorleitung an der Hochschule – Musik.
Collegium Vocale zu Franziskanern
Der Kammerchor unter der Leitung von Ulrike Grosch hat sich einen festen Platz in der Schweizer Chorszene erobert. Im Jahr 2025 feierte das Collegium Vocale sein 20-jähriges Jubiläum.